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Ich war völlig überfordert. Mein Kind schrie und schrie und schrie und schrie. Ich hatte keine Ahnung von Kindern. Sie war mein erstes Kind. Ich kam fast um vor Sorge, ob etwas mit der Kleinen nicht stimmte. Kein Arzt, Heilpraktiker, Körpertherapeut konnte mir helfen. Und ich mir auch nicht. Meine Kräfte schwanden. Mit ihnen meine Weitsicht, meine Klarheit und mein Durchsetzungsvermögen.

Je verzweifelter ich war, desto stärker wurden meine emotionalen Ausbrüche. Ich verlor an Mutterstärke so sehr, dass ich schrie und weinte, wenn meine Tochter schrie. Ich begann ihre Wutausbrüche persönlich zu nehmen.

Ich spürte, ich muss mir Hilfe holen, denn ich wusste nicht mehr weiter. Ich ging zur Beratung, besuchte einen Heilpädagogen etc.

Was mir erst heute nach so vielen Jahren aufgefallen ist, dass der Fokus immer auf meiner Tochter lag. Sie schrie, ihr Verhalten war angeblich nicht angemessen und alle (mich eingeschlossen) schauten nur auf sie. Und ich war zu der Zeit auch richtig wütend auf sie, denn mein Leben war zu dieser Zeit unerträglich geworden.

Es kamen immer wieder Stimmen aus dem Freundeskreis: „Meinst Du sie schreit für Dich?“ Ja, das hätte sein können, aber ich fand die Ursache nicht… und ich buddelte bereits an meiner Lebensgeschichte und den Umständen. Es war zum Haare ausreißen.

Was wenn du nicht mehr weiter weisst?

Also was tun, wenn sich nichts zeigt? Wenn du als Mutter es es einfach nicht verstehst, was los ist? Nicht siehst, was zu tun ist? Wenn du Dich täglich quälst und fragst, wie kann ich weitermachen?

Als erstes: Nimm den Fokus mal weg von Deinem Kind.

Als mir das klar wurde, wieviel Verantwortung meine Tochter trug, Verantwortung dafür, wie es mir als Mutter geht, spürte ich eine unglaubliche Last auf mir. Und ich fühlte mich schuldig, für all die Fragen, all die Vorwürfe, all die Arztbesuche, all das Mithören von Gesprächen, in denen ich mich über meine Tochter beschwert habe.

Mir war klar, dass ich zu diesen Zeitpunkten mein Bestes getan habe. Als mir nach meiner Operation etwas besser ging, war klar, dass wir in unserer Mutter-Kind-Beziehung noch viel Potenzial hatten.

Für mich war es an der Zeit erwachsener mit der Situation umzugehen. Aber wie sollte das gehen? Was heisst das, erwachsener? Hier ein paar Tipps, die mir geholfen haben:

  • Ich habe aufgehört mich schuldig zu fühlen. Oder mir die Schuld an alten Sachen zu geben. Ja, ich habe Fehler gemacht. Die Summe an dem, was ich richtig gemacht habe, ist deutlich größer.
  • Ich habe mir feste Zeiten geschaffen, in denen es nur um mich geht. Z.B. 2 Abende in der Woche nur für mich.
  • Ich habe die Dramen aus unserem Leben verbannt. Wenn es kompliziert, eng oder stressig wird, beende ich diese Situationen. Oder wenn das nicht ging, habe ich mich verabschiedet.
    Wenn das Drama zwischen Dir und Deinem Kind besteht, dann beendest Du es als Erwachsene. Du entscheidest, wieviel diskutiert, wieviel verhandelt wird. Und das kannst Du ganz klar und ruhig tun. Ohne Drama. Im Zweifel gehst Du in ein Zimmer machst die Tür zu und besinnst Dich für ein paar Minuten.
  • Ich habe aufgehört meine Tochter zu fragen, warum sie schreit. Sie wußte es nicht und ich auch nicht. Ich habe es so gut wie es ging hingenommen, dass sie so ist wie sie ist und das sie sicher ihre Gründe dafür hat. Nachdem ich meine innere Haltung zu ihrem Verhalten geändert habe, kam ich langsam drauf, dass sie mich darauf aufmerksam macht, dass sie Angst hat und mehr Geborgenheit und Sicherheit braucht. Je mehr ich sie verstand und mich veränderte, desto ruhiger wurde sie. Ich glaube ganz fest daran, dass wir Mütter die Expertinnen für unsere Kinder sind.
  • Ich übe mich im urweiblichen Kommunikationsprinzip des Herzens: der Jade-Kaiserin. Wenn ich spüre, dass unsere Verbindung abgerissen ist, überprüfe ich meine Sprache und öffne mein Herz, so gut es gerade geht.
  • Und der große Brocken: ich habe meine Familiengeschichte weiter aufgedeckt. Als die Zeit reif war, offenbarten sich mir entscheidende Puzzleteile. Mit ihnen konnte ich maßgeblich mein Verhalten verstehen und Stück für Stück wandeln.

Es fühlt sich unglaublich an, mehr die Verantwortung zu übernehmen. Es ist nicht so wie ich dachte. Ich dachte, es wäre schwer und ich würde noch mehr unter der Last zusammenbrechen. Nein, es ist gerade andersherum. Ich fühle mich stark und gut verwurzelt. Sogar oft leicht.

Wenn meine Tochter einen schwierigen Tag oder Moment hat, versuche ich, gut den emotionalen Abstand mit meinem imaginären Gummischwimmring zu ihr zu halten, damit es mich nicht in ihren Kram hereinzieht. Ich versuche, sie zu lassen, wer sie ist – auch wenn es wirklich anstrengend ist. Natürlich gebe ich ihr Stoppschilder und sage ihr, wenn es jetzt wirklich reicht.

Es ist seitdem viel leichter und schöner zwischen uns geworden. Das wünsche ich Dir auch.

Wenn Du jemanden an Deiner Seite suchst, der Dich stärkt und Dich unterstützt ein neues miteinander mit Deinem Kind/Kindern zu finden, dann lade ich Dich ein, uns kennenzulernen. Du kannst ein 30min. kostenloses Gespräch mit einer von uns führen. Hier kannst Dir einen passenden Termin aussuchen:

https://aundofuerstarkemuetter.youcanbook.me/

Viel Freude – sei die Mutter, die du heute sein kannst. Die erwachsene Mutter.

Herzlich

Odette und Antoinette