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Liebe Mutter,

ich schreibe diesen Blog an Dich.

Ich habe so lange gebraucht um das zu verstehen, was ich Dir jetzt schreibe. Hoffentlich kannst du dadurch deinen Weg abkürzen. Vielleicht löst es auch bei Dir eine positive Wende aus?

Vielleicht bist Du gerade über die Verhaltensweisen Deines Kindes verzweifelt. Vielleicht klappt es in der Schule gerade nicht. Vielleicht beschweren sich die Nachbarn über das Verhalten, vielleicht, vielleicht.

Kennst du das? Du fühlst Dich total kraftlos oder magst

Deinen Mutterjob nur noch kündigen?

Ich beschreibe Dir eine neue Möglichkeit, die unangenehmen Verhaltensweisen Deines Kindes zu betrachten:

Stell dir vor, du bist noch ganz frisch hier. Hast noch wenig Erfahrung.

Du hast keine Ahnung, wie es auf der Erde so läuft.

Ein paar Sachen sind Dir auf jeden Fall klar: Du willst unbedingt dazu gehören.

Du bist völlig offen, wie ein offenes Buch. Wenn die Situation unangenehm ist, gibst Du Alarm. Wenn du Hunger hast oder Durst oder wenn Du Angst hast oder Dir etwas weh tut.

Deine Möglichkeiten sind: weinen, schreien, lachen. Was Du (noch) nicht kannst: reflektieren, ausdiskutieren, argumentieren. Du lebst ganz auf der Herzebene. Die Kopfebene wird Dir erst später zugänglich sein.  

Du liebst das Leben und Du liebst Deine Eltern. So einfach ist das Leben – eigentlich.

Aber dann:

Und jetzt stell dir vor, es gibt ein Problem, eine Schieflage. Eine Spannung liegt im Raum, die für Dich unerträglich ist. Die großen Menschen um Dich herum kümmern sich nicht um sie, weil sie nicht mehr spüren oder nicht mehr wahrnehmen wollen oder können.

Sie tun so als wäre da nichts – aus Gewohnheit. Dir aber macht das eine große Faust im Bauch und die tut weh. Du weinst, schreist, schlägst etc. Irgendwie musst Du doch Deine Familie darauf aufmerksam machen, dass dieses unsichtbare Ding Dir Schmerzen bereitet.

Und jetzt gehe ich noch einen Schritt weiter: unsere Kinder weisen uns auf einen Missstand hin.

Und was tun wir?

Wir meckern an ihnen herum, dass sie doch bitte leiser sein sollen und funktionieren.

Lass mich etwas über Erwachsen-Werden klären: Wenn wir aufwachsen, lernen wir auszuhalten und durchzuhalten. Wir vergessen, wie unangenehm schwierige Situationen für uns sind, weil wir gelernt haben sie auszublenden. Stattdessen haben wir Rückenschmerzen, Magenschmerzen, Migräne.

Kinder können sich noch nicht verbiegen. Sie können nicht anders als auf eine Gesamtsituation zu reagieren. Auf eine traumatisierte Mutter, auf einen hilflosen Vater, auf Streit zwischen den Eltern etc.

Mein Experiment mit mir selbst

Ich habe ein Experiment mit mir durchgeführt. Ich bin in einen vollen, hektischen Raum ganz offen ohne innere Schutzhüllen gegangen. Eine Welle von Geräuschen und Gefühlen ist über mich gerollt. Ganz ehrlich, ich wollte keine Minute länger in diesem Raum sein. Der Impuls war zu schreien, wenn ich nicht hätte gehen können.

Ich habe vergessen, wie anstrengend es ist keine Filter zu haben, sondern mit der nackten Wahrheit konfrontiert zu sein.  

Und damit will ich nicht sagen, dass wir als Mutter oder Vater perfekt sein müssen. Oder es in jeder Situation unserem Kind recht machen müssen. Nein um Himmels willen nein.

Ich möchte Dich dazu anregen, das Verhalten Deines Kindes aus seiner Sicht wahrzunehmen. Das ist oft ein wichtiger Schlüssel. Unsere Kinder machen uns auf Missstände aufmerksam. Und zwar dort, wo wir nicht mehr in der Lage sind genug Hülle zu geben.

Stille Kinder müssen nicht gesünder sein

Die gute Nachricht ist: Sei froh, dass Dein Kind Alarm schlägt. Bei den stillen Kindern können schlimme Schicksale versteckt sein. Das kann ich als Therapeutin bestätigen.

Unser Heilprozess begann als ich anfing meine Tochter zu liebevoll zu beobachten.  Ich habe festgestellt, dass sie sehr wach, die Geschehnisse aufnimmt. Sie ist eine umwerfende Beobachterin. Als kleines Mädchen verschaltete sie die Nachrichten und Reize ganz anders als ich. Sie verstand im Kopf nicht, was passierte, aber ihr Herz tat das vollkommen. Sie konnte „zum Glück“ nicht so denken wie ich oder sich nicht so ausdrücken wie ich. Aber sie konnte ihren Kummer in Wut ausdrücken.

Das Kind nicht überfordern

Meine Güte, wie lange habe ich gebraucht, um mein Kind zu verstehen und sie Kind sein lassen zu können. Ich habe sie lange überfordert, weil ich immer nach dem WARUM fragte. Warum schreist Du, warum tust Du das…. Ich habe sie eigentlich erst verstanden, als ich in der Lage dazu war. Und diese Lage musste ICH schaffen.

Ich musste mehr auf mich achten, so paradox das auch klingt.

Ich musste zu mehr Kraft kommen und dann öffneten sich mit der richtigen Unterstützung ein neues Universum.

Endlich dankbar, Mutter zu sein

Jetzt sieht meine Welt deutlich anders aus. Ich bin meiner Tochter dankbar, dass sie es so lange in der Schieflage mit mir ausgehalten hat. Ich bin tief berührt, dass sie meine Fehlbarkeiten mir verzeiht bzw. nicht verübelt. Sie liebt mich aus tiefsten Herzen. Ich kann ihre Genialität und Intelligenz endlich entdecken. Ich bin an dem Punkt, an dem ich dankbar bin Mutter zu sein.

Das heißt nicht, dass wir zwei es super einfach haben. Sie ist und bleibt wahrscheinlich eine Herausforderung. Und manchmal werdet ihr mich auch fluchen hören oder weinen sehen – aber für mich ist sie das Salz in meiner Suppe.

Raus aus deiner Krise

Wenn Dich das anspricht und Du Lust hast, mit uns zusammenzuarbeiten. Am 21. September beginnt unser erstes intensives Coaching – Programm für Mütter, die in einer Krise stecken.

Buche ein kostenloses Gespräch und finde heraus, ob wir die richtigen an Deiner Seite sind: https://aundofuerstarkemuetter.youcanbook.me/

Wir freuen uns auf Dich

Odette und Antoinette